Der Einstein-Turm
Ein Observatorium für die Relativitätstheorie
Das revolutionär gestaltete Turmteleskop in Potsdam war und ist ein Denkmal für Einsteins Erneuerung unseres Weltbildes.
Nachdem eine englische Expedition die von Einstein vorausgesagten Ablenkung des Lichts von Sternen im Schwerefeld des Sonne im Jahr 1919 nachgewiesen hatte, galt es, noch eine weiteren Beweis für die Richtigkeit der Relativitätstheorie zu erbringen: die Rotverschiebung der Spektrallinien im Gravitationsfeld. Diese Aufgabe fiel natürlicherweise dem Astronomen Erwin Freundlich zu, der sich schon früher um Einsteins Theorien bemüht hatte und zudem (einziger) wissenschaftlicher Mitarbeiter an dem von Einstein geleiteten Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik war. Der von ihm verfasste und von den führenden Physikern der Akademie unterzeichneten Aufruf zur Einstein-Spende appellierte an das Nationalgefühl: Es ist Ehrenpflicht derer, denen an der Kulturstellung Deutschlands gelegen ist, nach Maßgabe ihres Könnens die Mittel aufzubringen, um wenigstens einer deutschen Sternwarte die Prüfung der Theorie in unmittelbarer
Zusammenarbeit mit ihrem Schöpfer möglich zu machen. Und prompt flossen reichlich Spenden aus der Industrie, die den Löwenanteil der Kosten für das neue Observatorium auf dem Gelände des Astrophysikalischen Instituts in Potsdam-Babelsberg deckten.
Technisches Vorbild für den Neubau waren die Turmobservatorien auf dem Mount Wilson in den USA. Das Sonnen- und Sternenlicht wurde von der Turmspitze durch ein Objektiv in einen Raum im Untergeschoss gelenkt, wo es in die Waagerechte gespiegelt und in seine Spektralfarben zerlegt wurde. Durch Vergleiche mit künstlich erzeugten Spektren hoffte man, die von Einstein errechnete Abweichung nachweisen zu können.
War das Projekt für die Beteiligten schon technisches Neuland, so war der äußere Bau geradezu revolutionär.
mit der Einstein-Zitatmaschine!










