Ernst Mach
Das Vorbild
Einstein stellte sich in die Tradition Machs. Dessen positivistischer Philosophie folgte er nicht.
Ihr Sie verehrender Schüler. Einstein war dreißig Jahre alt und bereits angesehener Professor an der Züricher Universität als er eine Postkarte an Ernst Mach so unterzeichnete. Der 40 Jahre ältere Mach war Physiker und Philosoph an der Wiener Universität. Er hatte mit seiner positivistischen Auffassung der Naturwissenschaft und seiner Kritik an den Begriffen Newtons eine ganze Generation von Physikern beeinflusst - und ganz besonders Einstein.
In einem Nachruf stellt sich Einstein 1916 ganz bewusst in die Tradition von Mach: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Mach auf die Relativitätstheorie gekommen wäre, wenn in der Zeit, als er jugendfrischen Geistes war, die Frage nach der Bedeutung der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit schon die Physiker bewegt hätte. Und er sieht in Mach Eigenschaften, von denen er glaubt, dass sie auch für seinen eigenen wissenschaftlichen Erfolg
entscheidend waren. Mach sei ein Mann von seltener Selbständigkeit des Urteils gewesen. Bei ihm war die unmittelbare Freude am Sehen und Begreifen, Spinozas amor dei intellectualis so stark vorhanden, dass er bis ins hohe Alter hinein mit den neugierigen Augen des Kindes in die Welt guckte, um sich wunschlos am Verstehen der Zusammenhänge zu erfreuen.
mit der Einstein-Zitatmaschine!
Ganz entscheidend für Einsteins Arbeit war Machs Kritik an Newtons Konzept vom absoluten Raum und der absoluten Zeit. Machs These, dass die Trägheit wie die Gravitation auf Wechselwirkung mit anderen Massen beruhe, fand als Machsches Prinzip sogar direkten Eingang in die allgemeine Relativitätstheorie. Doch Einstein Verehrung bedeutete keineswegs, dass er ein bedingungsloser Anhänger von Machs Philosophie gewesen wäre.










