"Naturwissenschaftliche Volksbücher"
Mit "atemloser Spannung" gelesen
Die Naturwissenschaftlichen Volksbücher gehörten zu Einsteins Lieblingslektüre zwischen seinem zehnten und zwölften Geburtstag. Hier fand Einstein, formuliert von Herausgeber und Autor Aaron Bernstein, populärwissenschaftlich aufbereitet, all die Fragen, die Einstein später sein Leben lang beschäftigten.
Durch den alten jüdischen Brauch, einmal in der Woche einen armen Studenten zum Essen einzuladen, lernte der junge Albert in seinem Elternhaus den 21-jährigen Medizinstudenten Max Talmud kennen. Dieser brachte ihm neben Ludwigs Büchners Kraft und Stoff und Alexander von Humboldts fünfbändigen Klassiker Kosmos Entwurf einer physischen Weltbeschreibung vor allem die 20 Bände der Naturwissenschaftlichen Volksbücher von Aaron Bernstein mit. Der Einsteinbiograph Albrecht Fölsing beschreibt Bernstein als einen in den Kreisen der emanzipierten Reformjuden viel gelesenen Verfasser allgemeinbildender Schriften in aufklärerischer Absicht.
Die Naturwissenschaftlichen Volksbücher, die schon 1876 in der vierten Auflage erschienen, behandelten die unterschiedlichsten Themen wie Geschwindigkeit, Von der Umdrehung der Erde, Von der Geschwindigkeit des Lichts aber auch vom Nutzen und Bedeutung des Fettes im menschlichen Körper. Dass Licht von der Sonne zur Erde etwa acht Minuten braucht, war für Bernstein schon eine Selbstverständlichkeit.
In Band 16 lädt Bernstein zu einer Phantasie-Reise im Weltall ein und fragt seine Leser: Reisen wir zu Wasser? Zu Pferde? Per Eisenbahn? Nichts von dem! Wir reisen mit Hilfe eines elektrischen telegrafischen Apparats. Viel beschäftigte sich Bernstein mit den Kometen, und wie sich ihr Erscheinen am Himmel berechnen lässt. Noch ein halbes Jahrhundert später erinnert sich Einstein daran, wie er mit atemloser Spannung diese illustrierten Naturatlanten verschlang.
mit der Einstein-Zitatmaschine!










