Die letzte Staatsbürgerschaft: Einstein leistet 1940 mit Tochter Margot den Eid auf die US-Verfassung
Einsteins Staatsbürgerschaften
Ein Mann - viele Pässe
Ein patriotisches Bekenntnis zur Schweiz hat Einstein auch dann nicht über die Lippen gebracht, als es notwendig gewesen wäre. Die Deutschen ergriffen die Gelegenheit und erklärten den Schweizer anlässlich des Nobelpreises 1922 zum "Reichsdeutschen". Dagegen wehrte er sich, bis wieder eine pragmatische Entscheidung anstand. 1925 ging es um eine Südamerika-Reise. Die Deutschen gaben ihm den Diplomatenpass, den die Schweiz ihm verweigerte. Es genügte nun nicht mehr, "neutral" zu sein. Die Schweiz war nationalistischer geworden, und Einstein nicht schweizerisch genug.
Er blieb dennoch Schweizer Bürger, was ihn vor dem Schicksal vieler Flüchtlinge schützte, die "staatenlos" wurden. Die Nazis wiederum verweigerten ihm die Entlassung aus der deutschen Staatsbürgerschaft, um ihn 1934 strafweise ausbürgern zu können. Seit 1933 in den USA lebend, wurde er 1940 auch US-Bürger. Doch der
Kommunistenjäger McCarthy erklärte ihn zum "Feind Amerikas". Einstein drohte bis zu seinem Tod 1955 die Aberkennung der amerikanischen Staatsbürgerschaft und die Ausweisung als unerwünschtem Ausländer. Wenn es dazu gekommen wäre, hätte er immer noch einen gültigen Schweizer Pass in der Tasche gehabt.
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