Einsatz für die "Stammesbrüder"
Streit um das Scheunenviertel
Bereits im Jahr seines beginnenden Weltruhms, 1919, scheute sich Einstein nicht, seinen Namen für Menschen zu verwenden, die Opfer von Verfolgung wurden. Ein wichtiges Beispiel ist sein Protest gegen den Vorschlag einer Deportation der Ostjuden aus dem Scheunenviertel in Berlin.
Hunger und brutale Verfolgung bildeten nach dem I. Weltkrieg die Ursache dafür, dass viele Juden aus Russland und Polen nach Berlin strömten. Hinter dem Alexanderplatz entstand ein Schtetl, in seinem Zentrum lag die Grenadierstrasse. Viele Einwanderer wollten gar nicht in Deutschland bleiben, sondern weiter nach Amerika.
So ganz genau lässt sich ihre Zahl heute nicht mehr ermitteln. Geht man von einer Statistik von 1925 aus, so war die Zahl von 107.000 nicht-deutschen Juden gegenüber 60 Millionen Deutschen verschwindend gering. Die nationalistische Presse jedoch bauschte das Problem auf: Deutschland hatte den Krieg verloren, nun so wurde agitiert wurde es von Ostjuden überschwemmt.
Arrivierte Berliner setzten in das Scheunenviertel, nur einen kurzen Fußweg von Universität und der Preußischen Akademie entfernt, keinen Fuß. Ob Einstein das Viertel je betreten hat, ist nicht gewiss. Im Unterschied zu vielen seiner Zeitgenossen sah er die geflohenen Ostjuden jedoch eindeutig als seine Brüder an er selbst sprach oft von Stammesgenossen.
Nationalistische Kreise forderten im Dezember 1919 eine unverzügliche Deportation der ostjüdischen Einwanderer. Sie übertrieben deren Anzahl maßlos und malten die Folgen dieser Einwanderung für Berlin und Deutschland in den düstersten Farben.
Einstein stellte sich gegen die nationalistische Demagogie. Er kritisierte die geforderte Vertreibung als barbarische Maßnahme und wies darauf hin, dass sie nicht dazu geeignet sei, Deutschlands Ruf im Ausland, zu diesem Zeitpunkt noch denkbar schlecht,
mit der Einstein-Zitatmaschine!










